Krisenmanagement für Unternehmen
Nicht jedes Ereignis ist eine Krise. Eine Krise entsteht dann, wenn ein Unternehmen innerhalb seines normalen Führungs- und Ordnungsrahmens nicht mehr ausreichend handlungs- und entscheidungsfähig bleibt.
In solchen Situationen benötigt das Unternehmen einen temporären Ordnungsrahmen, um Führung, Lagebeurteilung und Entscheidungen unter Druck zu strukturieren.
Krisenmanagement schafft diesen Rahmen und ermöglicht damit, unter Unsicherheit weiter handlungs- und entscheidungsfähig zu bleiben.
Unternehmen sind keine Armee und keine Verwaltung.
Armee und Verwaltung sind pyramidenförmig geführt. In der Armee gilt der Grundsatz: ein Raum, ein Mann, ein Auftrag. In Unternehmen geht das nicht. Ihre Führungsstrukturen folgen selten dieser Logik, und eine gemeinsame Doktrin und eine durchgängige Ausbildung lassen sich nicht voraussetzen.
Ordnungsrahmen. Die Bewältigung einer Krise erfordert eine temporäre Anpassung des Ordnungsrahmens, nicht eine Verschiebung der Verantwortungsebenen. Jedes Arbeitsprodukt ist deshalb der zuständigen Ebene zugeordnet: Erstmassnahmen dem Notfallmanagement, Sofortmassnahmen und Pendenzen dem Krisenmanagement, strategisch relevante Entscheide der Unternehmensführung.
Verfügbarkeit. Mitarbeitende sind in den Ferien, im Kurs oder unterwegs. Die Rollen müssen deshalb mehrfach besetzt sein.
Dezentrale Strukturen. Geschäftsbereiche und Standorte müssen in der Krise abgestimmt werden, lassen sich aber nicht plötzlich zentral führen. Die Arbeitsprodukte bilden die Schnittstellen zwischen ihren Krisenmanagementteams.
Fachkompetenz. Kommunikation, HR, IT, Logistik und Recht sind als Fachorganisationen vorhanden. In der Krise gilt es, sie einzubinden, nicht zu ersetzen.
Notfallorganisation. Für Sanität, Feuer und Sicherheit bestehen meist eingespielte Notfallorganisationen. Für die IT fehlt sie oft noch, obwohl Cyberbedrohungen heute zu den akutesten Bedrohungen eines Unternehmens gehören. Die IT muss mit ihren Erstmassnahmen unmittelbar reagieren können, ohne zuerst eine Freigabe einzuholen.

Situation
erfassen
Lage
beurteilen
Optionen
bewerten
Entscheide
treffen
Umsetzung
steuern
Team bilden und
Rollen festlegen
Ereignis
erkennen
Alarmieren
Verstehen
Entscheiden
Umsetzen
Strategische Ebene
(Krisenmanagement)
Strategische Ebene
(Krisenmanagement)
Normativer Rahmen
(Krisenmanagement)
Strategische Ebene
(Unternehmensführung)
Strategische Ebene
(Krisenmanagement)
Erstmassnahmen
(Notfallmanagement)
Operative Ebene
(Krisenmanagement)
Zeitplanung rückwärts planen und aktuell halten
Sofortmassnahmen und Pendenzen steuern
Lageentwicklung verfolgen und in den Prozess einbringen
Was die Grafik zeigt.
Zusammenarbeit. Notfallmanagement ist nicht Krisenmanagement. Das Notfallteam bewältigt das Ereignis, der Krisenstab die Auswirkungen auf das Unternehmen. Beide arbeiten zusammen, ohne in die Aufgaben des anderen einzugreifen. Notfallübungen trainieren das Notfallteam in der Ereignisbewältigung. Die Übung des Krisenstabs ist dagegen Prozessschulung.
Normativer Rahmen. Lösungen sollen nicht nur wirken, sondern auch der Kultur und den Werten des Unternehmens entsprechen. Dieser Rahmen ist in jedem Unternehmen ein anderer und lässt sich vor einer Krise festlegen.
Governance. Ein Unternehmen kennt kein Notrecht. Die Governance gilt auch in der Krise. Krisenmanagement ist keine parallele Führungsorganisation und ersetzt das Organisationsreglement nicht.
Dokumentation. Das strukturierte Vorgehen erzeugt die Dokumentation nebenbei. Die Arbeitsprodukte halten fest, wer wann auf welcher Grundlage entschieden hat. Entscheide können sich im Nachhinein als falsch erweisen. Die Mitglieder von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung haften für die Verletzung ihrer Sorgfaltspflicht persönlich. Kommt es zu einer juristischen Aufarbeitung, lässt sich belegen, dass jederzeit nach bestem damals verfügbarem Wissen entschieden wurde.
Eine Krise selbst lässt sich nur bedingt trainieren. Die Fähigkeit, unter Druck mit einem temporären Ordnungsrahmen zu arbeiten, lässt sich hingegen gezielt vermitteln. Ziel ist nicht die Bewältigung eines einzelnen Szenarios, sondern der Aufbau einer entsprechenden Methodenkompetenz, um unterschiedlichste Ereignisse bewältigen zu können.
Mit EARN® befähigt DESISERA Unternehmen, einen Ordnungsrahmen für Krisenbewältigung aufzubauen. Das Prozessmodell unterstützt Unternehmen dabei, in Krisensituationen wirksam zu handeln und entscheidungsfähig zu bleiben. EARN ist offen publiziert und kann von Unternehmen frei genutzt werden. Eine Bindung an DESISERA ist dafür nicht nötig.
EARN stärkt organisationale Resilienz.
Organisationale Resilienz entsteht nicht erst in der Krise. Sie entsteht, wenn Unternehmen relevante Risiken erkennen, mögliche Krisenszenarien in Tabletop-Übungen durchspielen, daraus konkrete Erkenntnisse ableiten und wirksame Erstmassnahmen vorbereiten.
EARN verbindet diese Elemente zu einer verständlichen, praxisnahen und einfach vermittelbaren Methodenkompetenz.
Wie EARN in der Sprache Ihrer Organisation aussieht, klären wir am besten im direkten Gespräch.