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Entscheiden in der Krise ist komplexer, als es scheint.

  • Autorenbild: Andy Mühlheim
    Andy Mühlheim
  • 18. Mai
  • 2 Min. Lesezeit

In einer Krise gibt es unterschiedliche Entscheidungsebenen, und jede hat eine andere Aufgabe.


Es geht darum, die richtigen Entscheide dort treffen zu können, wo sie verantwortet werden: abgestimmt, zeitgerecht und nachvollziehbar.


In meinem letzten Artikel habe ich darüber geschrieben, dass Notfallmanagement und Krisenmanagement nicht dasselbe sind.


Notfallmanagement ist die unmittelbare Reaktion auf ein erkanntes Ereignis. Schnell. Trainiert. Fokussiert. Ziel: Das Ereignis mit eintrainierten Erstmassnahmen rasch unter Kontrolle bringen.


Krisenmanagement führt und steuert die Organisation durch die Auswirkungen des Ereignisses und priorisiert die Massnahmen: Betrieb, Kunden, Mitarbeitende, Lieferfähigkeit, Kommunikation, Recht, Reputation, Finanzen.


Unterschiedliche Ziele. Unterschiedliche Mittel. Unterschiedliche Führungsebenen.

Genau hier wird es anspruchsvoll.


Es gibt operative Entscheide am Ereignis. Es gibt unternehmerische Entscheide über die Auswirkungen auf das Unternehmen. Und es gibt strategische, finanzielle, rechtliche oder existenzielle Entscheide, die durch die Geschäftsleitung oder den Verwaltungsrat verantwortet werden müssen.


Der Krisenstab führt den Krisenmanagementprozess im Unternehmen. Beim Erfassen des Problems trennt er operative, taktische und strategische Aspekte. Operative Notfallmassnahmen koordiniert er. Über taktische unternehmerische Massnahmen entscheidet er. Entscheide mit strategisch relevanten Auswirkungen bereitet er zuhanden des zuständigen Gremiums vor.


Wenn diese Trennung fehlt, diskutiert der Krisenstab technische Details, während unternehmerisch relevante Fragen offen bleiben und strategisch relevante Entwicklungen übersehen werden.


Oder strategische Themen werden endlos diskutiert, obwohl sie auf dieser Stufe nicht gelöst werden können, und notwendige Massnahmen werden nicht gesehen.


Unter Druck verschwimmen die Entscheidungsebenen ohne klare Prozessmethodik. Dadurch entstehen operative Hektik und strategischer Stillstand. Und unternehmerische Fragen bleiben unbeantwortet.


Normalerweise folgt die Struktur der Strategie. In der Krise folgt die Strategie der Struktur.


Krisenmanagement benötigt deshalb nicht nur ein Modell, sondern vor allem eine Methode, die dem Krisenprozess Struktur gibt und damit die notwendige Klarheit schafft.

Eine Methode, die sicherstellt, dass in der Krise die verschiedenen Entscheide den jeweiligen Verantwortungsebenen zugewiesen und über diese Ebenen hinweg abgestimmt werden.


Krisenmanagement heisst: Klarheit schaffen. Entscheiden können. Handlungsfähig bleiben.


Willkommen bei Desisera: Unternehmen befähigen, in Krisen und unter Druck besser zu entscheiden.



Dieser Beitrag wurde zuerst als LinkedIn-Artikel veröffentlicht. Der begleitende LinkedIn-Post mit der Diskussion ist hier abrufbar.

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